Bericht Jahreskonzert 2019

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„On Tour“ mit viel Abwechslung und Humor

Die Brass Band Harmonie Rickenbach lud zum Jahreskonzert: Unter dem Motto „Harmonie on Tour“ präsentierten sie am vergangenen Wochenende, 13. und 14. April, ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Programm. Das Konzert am Sonntag wurde von der Jugend Brass Band Michelsamt eröffnet.

Der KUBUS ist gross – gross war aber auch der Publikumsaufmarsch, und deshalb waren zwanzig Minuten vor Konzertbeginn nur noch wenige Plätze frei. Die Mitglieder der Brass Band Rickenbach sorgten für das leibliche Wohl der Besucher und bereits vor dem Konzert bestand die Möglichkeit, zu Abend zu essen.

Mit „Glory Fanfare“ aus der Feder des österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz eröffnete die Brass Band Harmonie das Konzert: Auf einen majestätischen Beginn folgte ein fetzig-rockiger Mittelteil, bevor das Stück, wie der Name erahnen liess, erneut mit Fanfarenklängen zu Ende ging. Patricia Flury führte kompetent durch den Abend und vermittelte viele Hintergrundinformationen zu den gespielten Stücken. Eine Reise rund um die Welt sollte es sein – eben „Harmonie on Tour“ – und deshalb ging es auch gleich weiter mit „Brillante – Fantasy on Rule Britannia“ (Peter Graham). Die inoffizielle Nationalhymne der Briten, arrangiert für die in der Brass-Band-Szene bekannten Brüder Robert und Nicholas Childs, nahm die Zuschauer mit nach England. In dem Euphonium-Duett, in der Schweizer Version gespielt von Ruedi Muff und Daniel Habermacher, kommen alle Klangfarben und Facetten des Euphoniums zur Geltung. Die beiden Rickenbacher interpretierten das Stück gekonnt, liessen sich auch von virtuosen Passagen und ganz hohen und tiefen Tönen nicht aus der Ruhe bringen und ernteten dafür den verdienten Applaus.

Es folgte der „Canterbury Choral“ (Jan van der Roost), ein ruhiges, getragenes Stück. Der laute Höhepunkt des Werkes sorgte für Gänsehaut und nach dem leisen Schluss herrschte Totenstille im Saal, sodass man sich kaum zu klatschen getraute. Ganz anders beim nächsten Stück: „Fire in the Blood“ hiess es, und es wurde – „man hätte es vielleicht nicht sofort erraten“, meinte Patricia Flury – von Paul Lovatt-Cooper für die Heilsarmee geschrieben, in Anlehnung an deren Motto „Fire and Blood“. Auf einen fulminanten Start folgte ein ruhigerer Mittelteil; das Stück wechselte rasant hin und her zwischen schnell und langsam, laut und leise, gespickt von verschiedenen Soli. Danach folgte die Ansprache des Präsidenten, Fabian Wey; im Namen der Brass Band Harmonie bedankte er sich unter anderem bei Dirigent Lukas Scherrer und bei Moderatorin Patricia Flury. Mit dem allseits bekannten „General Guisan Marsch“ (Stephan Jaeggi) ging es anschliessend in die Pause.

„Confection for Brass“ wurde geschrieben von Goff Richards und bildete den spannenden Auftakt zum zweiten Teil. Es folgte „Solo Secondo“ (William Himes), ein Solostück für zweites Althorn und Brass Band. Solist Manuel Räber bereitet sich gewissenhaft auf seinen grossen Auftritt vor, legte Handtuch und Trinkflasche und machte einige Dehnübungen, bevor es losging – hier kam komisches Talent zum Vorschein: Mit hochemotionalem Gesichtsausdruck seitens Dirigent und ausschweifenden Bewegungen bei den Aufwärmübungen sah es aus, als würde Manuel Räber gleich die kompliziertesten Melodien intonieren - auch wenn er schliesslich hauptsächlich die für Althorn typischen (aber nichtsdestotrotz tadellos gespielten) Nachschläge zum Besten gab.

Auf diese theatralische Meisterleistung folgte das „Peter Gunn Theme“, der Titelsong zur gleichnamigen Serie von Henri Mancini, und „Circle of Life“ (Elton John), das den meisten aus dem Zeichentrickfilm „König der Löwen“ bekannt sein dürfte. Die Brass Band Harmonie Rickenbach nahm die Zuschauer mit nach Afrika und eine gesangliche Soloeinlage (komplett mit Plüschlöwe) liess ausser Zweifel, dass an Bassposaunist Kilian Elmiger ein Sänger verloren gegangen ist.

Mit „Tijuana Taxi“ (Herb Alpert) und „Salsa Tres‘ Prado“ (Philip Harper) schallten im Anschluss mittel- und südamerikanische Klänge durch den KUBUS und liessen die Zuschauer das schlechte Wetter draussen vergessen. „Osterfjorden“ (Stijn Aertgeerts) war dann das letzte (offizielle) Stück des Abends: Benannt nach dem norwegischen Fjord ist das Werk eine Hommage an die weiten Landschaften Norwegens und bildete noch einmal einen starken Kontrast zu den beiden vorhergehenden Stücken.

Zwei Zugaben folgten auf den verdienten Schlussapplaus: Die Polka „Von Freund zu Freund“ animierte die Zuschauer zum Mitklatschen und „The Melody Shop“ sorgte ein letztes Mal für fliegende Finger und rote Köpfe auf der Bühne, bevor die Tour rund um die Welt endgültig zu Ende ging. Nach dem Konzert konnten sich die Besucher nach wie vor im KUBUS verpflegen, fleissig Tombola-Lösli kaufen und auch die Bar im hinteren Teil der Halle war geöffnet.

Daniel Habermacher und Ruedi Muff beweisen ihr Können bei „Brillante”

Bei „Circle of Life” darf Löwenbaby “Simba” natürlich nicht fehlen

Vorbereitung ist alles: Manuel Räber bei „Solo Secondo“

Die Solistinnen im „Salsa Tres Prado“ bekennen Farbe

Die Musiker nehmen den verdienten Schlussapplaus entgegen